Und täglich grüßt das Murmeltier. Schlag 6 Uhr. Der Glöckner von St. Martin zeigt alles, was er kann. Erfreulicherweise stellt er dann auf viertelstündlichen Schlummermodus um bis zum Frühstück um 8.
Ehrliche Gastfreundschaft und herzlicher Abschied in Innervillgraten. Nach Kalkstein ein verträumter Pfad, ein plätscherndes Bächlein, blitzsaubere Höfe, liebevolle Blumenbeete, eine anmutige Kapelle Maria Schnee, gepflegte Gräber, besonders bei Pius Walder. „Ich wurde am 8. September 1982 in Kalkstein von zwei Jägern aus der Nachbarschaft kaltblütig und gezielt beschossen und vom 8. Schuss tödlich in den Hinterkopf getroffen.“ Das Tal und das Netz vergessen nichts. Es waren die Jager Schett und Schaller. Schweigend steigen wir auf dem Blut- und Blaubeer getränkten Boden zum Marchkinkele an, genau auf der Grenze zwischen Ost- und Südtirol.
Auf dem Sattel angekommen bläst es uns um. Gräueltaten, Alltagssorgen, Gliederschmerzen, alles vergessen. Vor uns breitet sich ein spektakuläres Panorama aus. Dreischusterspitze, Zwölferkogel, Neunerkogel zum Greifen nahe, ganz hinten die Ortlergruppe, rechts der Hohe Gail, diverse Monti Cristalli und schließlich unsere Zinnen. Prächtig die rechte Zinne, stolz daneben die mittlere und – Moment – … WO IST DIE DRITTE ZINNE?



























